Am 2. September 1991 beginnt der Prozess gegen die vier Mauerschützen aus der DDR, die an der Erschießung von Chris Gueffroy am 5. Februar 1989 an der Berliner Mauer beteiligt waren. Die Anklage bezieht sich auf vollendeten Totschlag und Anstiftung und könnte laut Gesetz zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren führen. Der Anwalt vertritt vor der Presse offen die Position der Verteidigung und argumentiert, dass das DDR-Recht zu gelten habe und die Angeklagten dementsprechend unschuldig seien.
Chris Gueffroy war das vorletzte Todesopfer an der Berliner Mauer und zudem das letzte Opfer, das durch den Einsatz von Schusswaffen ums Leben kam. Gueffroy hat von einem befreundeten Grenzsoldaten gehört, dass der Schießbefehl an der Mauer aufgehoben wurde. Diese Chance wollte er zur Flucht nutzen, die er in der Nacht vom 5. auf den 6. Februar 1989 antrat. Am letzten Metallgitterzaum wurde er von einem Grenzsoldaten der DDR mit zwei Kugeln erschossen. Er verstarb noch im Grenzstreifen.
Video-Angaben:
Zeitraum: 1991
Auflösung: SD
Seitenverhältnis: 4:3
Originalton: ja
Farbe: ja
Quelle: DRA – aus \“Abendjournal Aktuell \“, DFF, 02.09.1991